<i-D> Internet + Design: Die Agentur

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TLZ, 05.07.2007


05.07.2007, TLZ
Serie »Menschen, die etwas unternehmen«

Die Vordenker


Designer aus Weimar sind bis zur Bundesregierung bekannt


Erfurt. (tlz/ct) Politisch, regional, gebildet, innovativ, produktiv, kulturell, erholsam und allgemein. Das ist  der Freistaat Thüringen, besser gesagt so präsentiert er sich jenen, die in den unendlichen Weiten des Internets die Landesregierung besuchen.Mit blauer, grauer und weißer Farbe sind harte und weniger harte Fakten unterlegt. Deutschlands starke Mitte steht da geschrieben. Doch wer denkt sich so etwas aus? Der Ministerpräsident etwa? Nein.
Solche Ideen werden in Weimar geboren. Dort ist das unverkennbare Design entstanden, wie es auch auf Briefbögen, Faxen und Visitenkarten zu finden ist. Die i-D Internet + Design GmbH und Co. KG hat dem Land Thüringen ein Gesicht gegeben.

In der Erfurter Straße geht es für gewöhnlich entspannt zu. Ein junges Team sitzt zusammen, die Ideen sprudeln nur so. Die Bauhaus-Universität ist nur ein paar Straßen entfernt. Von dort kamen auch die beiden Gründer Jana Rogge und Dirk Hildebrandt, die vor zehn Jahren mit einem weiteren Gesellschafter das Unternehmen als Arbeitsgemeinschaft ins Leben gerufen haben. Damals drückten beide noch die Studien-Bank. In einem zwölf Quadratmeter großen Büro wurde getüftelt. Zunächst »hatten wir Internet-Designs entwickelt«, erzählt Jana Rogge, wobei es freilich nicht blieb. Schon im Jahr 1999 gab es eine hoch angebundene Auszeichung für eines der 100 besten Plakate des Jahres 1999 Deutschland. Den Durchbruch schafften sie nur wenige Monate später.

Im Jahr 2000, dem eigentlichen Gründungsjahr des Unternehmens, wollte sich der Freistaat ein neues Corporate Design verpassen und schrieb deshalb einen Wettbewerb aus. Die findigen Studenten aus Weimar haben sogleich ihre Vorschläge eingereicht und sich letztlich gegen mehr als 20 Bewerber durchgesetzt – allesamt professionelle Agenturen, also »alte Hasen« im Geschäft. Mit dem Prestige-Objekt in der Tasche kamen schließlich Aufträge und der Umzug in größere Arbeitsräume.

Heute sind es zehn Mitarbeiter. Ab und an schauen auch Praktikanten vorbei. Die Designer aus Weimar haben sich inzwischen in allen Branchen einen Namen gemacht: Sie lassen für Kundenwünsche aus der Wirtschaft, Politik, Kultur ihrer Kreativität freien Lauf. Das hat sich herumgesprochen. Zur deutschen EU-Ratspräsidentschaft sei eine Anfrage aus dem Bundespresseamt gekommen mit der Bitte, für ein Logo Gestaltungsvorschläge einzureichen, erklärt Rogge. Ebenso zum G8-Gipfel. Ob für Print, Internet oder Radio – für wohl alle Anfragen werden auch Lösungen gefunden.

Gegen dann rauchende Köpfe hat das Team ein Rezept: die gemeinsame Mittagstafel. Gekocht wird aber noch ganz traditionell am Herd.